»Brief vom Gemeindeverterter Hr. Dr. Lührs an Hr. Fründt zum Artikel "Freihaltetrasse für die Zukunft der Region" vom 15.10.2009
Sehr geehrter Herr Fründt,
mit Interesse habe ich Ihren Leserbrief bezüglich "Freihaltetrasse" gelesen. Ich bin Gemeindevertreter in Stahnsdorf. Vorab erkläre ich Ihnen zu unserem Demokratieverständnis: Bei allen Diskussionen und Abstimmungen zum B-Plan Nr.7 haben sich alle auch im weiteren Sinne betroffenen Gemeindevertreter enstprechend dem Mitwirkungsverbot in den Zuschauerraum begeben und weder an der Diskussion noch an der Abstimmung beteiligt.
Was das unterschiedliche Abstimmungsverhalten in unserer Fraktion "Bürger für Bürger" betrifft, sei Ihnen mitgeteilt, dass wir eben das als unsere Qualität sehen, keinen Fraktionszwang zu haben. Das mag schwach wirken, ist aber ein Qualitätsmerkmal. Und es zeigt, wie unterschiedlich ein jeder die Angelegeneit betrachtet. Nebenbemerkung: Wir stehen zu unserem Bürgermeister ! Und eine weitere Nebenbemerkung: Je mehr sich der einzelne Gemeindevertreter mit den Fakten zum B-Plan beschäftigt hat, um so deutlicher wurde seine Ablehnung zu dem Plan. Es gibt ja zwei wesentliche Streitpunkte. Zunächst der Plan zum Fahrradweg mit Grünstreifen. Er ist nicht realisierbar und erbringt der Gemeinde ausschliesslich Ärger und finanzielle Nachteile in unvorstellbarem Ausmass...und kann nicht umgesetzt werden. Es empfiehlt sich eine Besichtigung vor Ort. Dann ist da noch der "Ringschlussgedanke". Eine Planung aus dem Jahre 1932 zum Ansatz für Verkehrsplanungen im Jahre 2009 plus 20 bis 30 Jahre zu wählen, halte ich für sehr verwegen. Es empfiehlt sich, die Geschichte, die aktuellen Planungsziele der entsprechenden Ministerien und entsprechende EU-Gesetze zu studieren, bevor man sich der Fantasie einer Trasse in einem Siedlungsgebiet hingibt. Schwebebahn, U-Bahn, Barrierefrei..........
Interssanterweise wurde keiner von den Planern je auf einem der besonders betroffenen Grundstücke zu diesem B-Plan beobachtet. Interessanterweise wird immer von wenigen Grundstücksbesitzern gesprochen, die gegen den B-Plan seien. Ein Blick in die Wahlergebnisse zeigt aber doch ein anderes Bild.
Ich stamme aus Hamburg, habe in Stuttgart, Berlin und München gelebt. Nirgendwo habe ich eine so wenig informierte Gruppe von Menschen gefunden wie hier. Helmut Schmidt hat einmal gesagt "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen". Ich dagegen empfehle Ihnen, sich ausgiebig zu informieren. Damit können Sie sich von anderen positiv absetzen.
Hochachtungsvoll
Dr. Gebhard Lührs
