Telefon/Fax: +49-32121-256413 - E-Mail: info[a]stahnsdorf-freihalteterasse.de

»Offener Brief an den Bürgermeister


Nach der Bauauschussitzung am 22.09.2009

Sehr geehrter Herr Albers,

von besagter Sitzung bin ich gestern Abend entsetzt und persönlich enttäuscht nach Hause gekommen.

Positiv betrachte ich, dass innerhalb des Gremiums Einigkeit darin besteht, dass der im B-Plan 7 vorgesehene Grünzug mit Radweg für sich gesehen ein unsinniges Unterfangen darstellt.

Dies ist leider der einzige Lichtblick des Abends gewesen. Es hat mir die Sprache verschlagen, wie offen und unverhohlen von Mitgliedern des Ausschusses zugegeben wird, dass diese Maßnahme allein dem Zweck dient, die Option „Freihaltetrasse“ zu sichern. Wäre dieses Ansinnen plausibel und nachhaltig begründet, könnte ich vielleicht nachvollziehen, dass die Gemeinde auf diesem Weg– mal charmant ausgedrückt– um

Justitia einen weiten Bogen macht, betroffene Bürgern nach Gutsherrenart enteignet und über die immensen Kosten großzügig hinwegsieht.

Zwei Argumente wurden legitimierend genannt: erstens die „Wahrung eines alten DDR-Erbes“ (das war der Herr, der links von Ihnen saß) und zweitens die „verkehrspolitische Sicherung für die Zukunft unserer Kinder“ (das kam von einem Herr, der Ihnen gegenüber saß).

Beide Argumente halten einer sachlichen Bewertung nicht stand: wir feiern in diesem Jahr das zwanzigste Jubiläum des Mauerfalls und damit das Ende aller Fünfjahrespläne. Die Notwendigkeit, die Zukunft mit dem BPlan 7 zu sichern, begründet der Ihnen gegenüber sitzende Herr in der selbstverständlichen Annahme, dass der Individualverkehr eines Tages zum Erliegen kommt. In seinem Szenario existiert dann die Deutsche Automobilindustrie (Firmen wie Mercedes, VW, Porsche usw.) nicht mehr und wir sind nur noch per Fahrrad und Tram unterwegs. Ich glaube kaum, dass sich auch nur ein Wirtschaftsweiser diesen Phantasien

anschließen wird.

Persönlich enttäuscht bin ich von Ihrer Haltung, Herr Albers. Sie machen auf mich den Eindruck des Politiker-Spagats, indem Sie versuchen, eine klare Position in dieser Sache zu vermeiden.

Bitte entziehen Sie sich nicht Ihrer Verantwortung in Allgemeinplätzen wie „Auftragserfüllung“, „Mandat“ etc. Die Argumente für den B-Plan 7 sind haltlos. Hohler Bauch und Wunschdenken sind nicht in der Lage, ihn auch nur einen Moment lang und die damit verbundene Vorgehensweise zu rechtfertigen.

Als Bürgermeister sind Sie in der Pflicht, Ihren Einfluss geltend zu machen. Bitte sorgen Sie dafür, dass es in Ihrer Gemeinde „mit rechten Dingen zugeht“ und schützen Sie Ihre Bürger vor Willkür.

Mit gesunden Grüßen

Dr. med. K. M. Dahm