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»Leserbrief zum MAZ Artikel vom 4.9.2008


Radweg auf S-Bahn-Trasse

 

Die scheinbar nüchtern - objektive Darstellung des Sachverhaltes bedarf – zumal kurz vor der Kommunalwahl – einer Ergänzung. Was die Gemeindevertreter in Stahnsdorf sich in diesem Zusammenhang leisten, verstösst gegen demokratische Grundregeln. Als Volksvertreter sollen sie sachgerecht und verantwortungsbewusst die Interessen und Bedürfnisse der Bürger wahrnehmen.

Obgleich die Beschlussvorlage im Bauausschuss und im Hauptausschuss zusammen 27 und 63 Seiten betrug, wurde der Tagesordnungspunkt ohne Aussprache beschlossen. Kein Wort zu den unkalkulierbaren finanziellen Risiken für die Gemeinde, kein Wort zu den offensichtlichen Widersprüchen in den Vorlagen, kein Hinweis auf Ungleichbehandlungen und Auswirkungen für die Schule. Der Eingriff in das Privateigentum hätte viel stärkere Folgen als sie Herr Stich beschreibt, denn wenn aus Bauland plötzlich – ohne triftigen Grund und ohne sachliche Begründung - eine Wiese wird, dann sinkt der Grundstückswert, die Alterssicherung vieler Bürger, immens.

Und was sich als Grünzug mit Radweg nett anhört, ist in Wirklichkeit ein Etikettenschwindel, denn man will in Wirklichkeit an der S-Bahntrasse festhalten, die Option sichern, nennt es nur schnell anders.

Der Radweg, der nur von der Potsdamer Allee, dem Amselsteg und der Bergstraße aus zugänglich ist, wäre für Schüler kaum praktikabel. Zudem noch unbeleuchtet (laut Aussage der Gemeinde) und beidseitig von hohen Trennwänden begrenzt. Welche verantwortungsbewussten Eltern würden ihre Kinder in diesen „Tunnel“ schicken?

Fragen über Fragen ergeben sich für den, der nachdenkt, prüft und abwägt. All dies scheint man in der Gemeinde Stahnsdorf unterlassen zu haben. Bei der Bürgermeisterwahl hat man gesehen, wie Stahnsdorfer genau hinschauen. Man wird sehen, wie die Bürger nun bei der Kommunalwahl dilettantisches Verhalten der Volksvertreter bewerten.

Dr. med. M. Lachmann